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Wie lerne ich am schnellsten Französisch?

Parlez-vous Francais?

Schaut man sich etwas genauer im Internet um, so stolpert man immer wieder einmal über Menschen, die anscheinend schnell und vor allem mühelos die unterschiedlichsten Fremdsprachen erlernen und fliessend sprechen können. In der Realität sieht dies bei den allermeisten von uns jedoch ein klein wenig anders aus. Kaum einer öffnet ein Lehrbuch oder eine App, macht einen Sprachaufenthalt oder besucht einen Französischkurs und spricht innerhalb von zwei Wochen fehlerfrei Französisch, vor allem dann nicht, wenn sich seine Sprachkenntnisse bislang eher am unteren Ende der Skala befanden. Fremdsprachenkenntnisse fallen einem nicht einfach so zu, leider. Meist steckt ein gutes Stück Lernen, Üben, Repetieren und Auswendiglernen dahinter.

Doch dies bedeutet nicht, dass es nicht möglich ist, in jedem Alter noch Französisch zu lernen, selbst ohne bisher vorhandene Kenntnisse. Denn die Möglichkeiten, sich ganz gezielt und individuell Sprachkompetenzen aufzubauen, sind vielfältiger geworden, flexibler und bedarfsorientierter. Jeder, der es möchte, kann auf irgendeine Art Französisch lernen, ob angeleitet im Französischkurs, begleitet im Blended-Learning oder selbständig im reinen Online-Sprachkurs. Doch mit welchem Modell lernt man Französisch am schnellsten? Gibt es Unterschiede in der Qualität der einzelnen Modelle? Lernt jeder mit dem gleichen Vorgehen gleich viel? Und was braucht es überhaupt, um erfolgreich Französisch zu lernen?

Die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Lernen

Um möglichst schnell und einfach Französisch zu lernen, muss vor allem eines stimmen: die Motivation. Ist diese nur sehr peripher vorhanden, sei es, weil man einen Französischkurs besuchen soll, da der Vorgesetzte dies von einem erwartet, oder man Französischkenntnisse für eine Weiterbildung benötigt, die man eigentlich ohnehin nicht wirklich beginnen möchte, so wird der Erfolg mit grosser Wahrscheinlichkeit ausbleiben. Denn Lernerfolg, ganz gleich in welchem Bereich, stellt sich am ehesten dann ein, wenn einem das Lernen auch Freude bereitet. Negative Empfindungen hingegen, wie etwa Erwartungsdruck, Erfolgsdruck, Angst oder auch Langeweile, blockieren das Gehirn und damit die Aufnahmefähigkeit und das Erinnerungsvermögen. Denn das limbische System, das ein Teil des Grosshirns ist, ist für Gefühlsreaktionen und den damit eingehergehende Handlungsantrieb zuständig, ebenso wie für das Belohnungsgefühl. Ist das System gestört, arbeiten die Nervenbahnen langsamer zusammen, was zur Folge hat, dass sich die Konzentrationsfähigkeit mindert und damit das Lernen erschwert wird. Und je schwerer das Lernen fällt, desto weniger Lernerfolge stellen sich ein, was wiederum weniger Erfolgserlebnisse verspricht. Die Lust, auch weiterhin zu lernen, schwindet erheblich und führt schlussendlich meist dazu, dass das Projekt, sollte es denn freiwillig sein, frühzeitig aufgegeben und der Französischkurs abgebrochen wird.

Motivation als Antrieb ist daher eine wichtige Voraussetzung, um Französisch und natürlich auch jede andere Sprache, möglichst schnell und dauerhaft zu erlernen. Machen Sie sich daher bewusst, was Ihre Ziele sind, also was Sie mit der neuen Sprachkompetenz erreichen wollen. Eine Bewerbung auf eine neue, interessante Stelle? Eine längere Reise durch Frankreich oder Benin? Einen Sprachaufenthalt in Montreal mit Französischkurs? Eine höhere Position in Ihrem Unternehmen? Eine bessere Verständigung mit Ihrer neuen Liebe? Ein Studium in Genf? Die Übernahme eines Weinguts in Bordeaux? Einen neuen Job in der Westschweiz? Oder einfach nur, französische Songtexte und Filme in Originalsprache verstehen zu können?

Damit das mit der Motivation aber auch tatsächlich funktioniert, ist es wichtig, dass Sie sich Ziele setzen. Ganz gleich, ob Sie ausschliesslich einen Französischkurs besuchen, oder zusätzlich mit einer Sprach-App Ihr Vokabular aufbessern, bestimmen Sie, bis wann Sie welche Ziele erreicht haben wollen. Dies kann beispielsweise sein, dass Sie sich innerhalb von zwei Wochen souverän vorstellen können, mit Namen, Herkunft und Ihrer Familiensituation, Sie in drei Monaten bei einem Hotel in Neuchâtel anrufen und auf Französisch ein Zimmer reservieren möchten oder aber, dass Sie einer Brieffreundin aus Jugendzeiten in einem halben Jahr endlich einmal nach 20 Jahren wieder auf Französisch schreiben können. Was auch immer Ihre Ziele sind, halten Sie diese fest und belohnen Sie sich nach dem Erreichen! Und dann, legen Sie Ihre nächsten Ziele fest.

Die unterschiedlichen Modelle und Lerntypen

Wie Sie persönlich am schnellsten und effektivsten Französisch lernen, hängt neben Ihrer Motivation auch von dem Lernmodell ab, für das Sie sich entscheiden. So ist ein Onlinesprachkurs vor allem für Personen zu empfehlen, die es gewohnt sind, eigenverantwortlich und diszipliniert zu lernen und durch Beruf oder Familie nur wenig Zeit haben, am Präsenzunterricht teilzunehmen. Ein solcher Online-Französischkurs bietet die Möglichkeit, zeitlich flexibel und ortsungebunden genau dann zu lernen, wenn man gerade Zeit hat, birgt jedoch auch die Gefahr, dass man aufgrund mangelnder «Kontrolle» weniger Zeit mit Französischlernen verbringt, als man möglicherweise zuvor beabsichtigte. Online Kurse werden oftmals auch mit Lernbegleitung angeboten, bei der ein Sprachlehrer / eine Sprachlehrerin als Unterstützung online zur Verfügung steht. Solche Kurse eignen sich gut für visuelle Lerntypen, die am besten Lernen, wenn sie das zu Lernende vor allem sehen, ganz gleich ob Wörter, Zeichnungen, Grafiken oder ähnliches. Dasselbe gilt für Sprachlern-Apps. Auch für den auditiven Lerntypen kann ein solcher Kurs Sinn machen, dann jedoch ausschliesslich, wenn ein Grossteil des Lernprogramms auch hörbar ist, also etwa die einzelnen Wörter oder Sätze zum Anhören der Aussprache angeklickt werden können.

Ein herkömmlicher Französischkurs an einer Sprachschule bietet sich für die meisten der vier Lerntypen und ihre Mischformen an. Solche Sprachkurse bedienen sich in der Regel unterschiedlicher Medien und Kommunikationskanäle. Es wird gesprochen und vorgelesen, mit Lehrmitteln gearbeitet, Comics gelesen, vorgetragen und «Theater» gespielt, man schreibt und liest, hört sich Audioaufnahmen an, schaut Filme oder Ausschnitte davon an und arbeitet bei einigen Sprachkursen auch selbständig an Lernplattformen. Alle Lerntypen, sei es der visuelle, der auditive, der kommunikative oder auch der motorische, können von einem solchen Französischkurs profitieren. Zu beachten ist, dass Sie jedoch zu Hause das Gelernte nachbearbeiten und Hausaufgaben auch tatsächlich erledigen. Lernen Sie ausreichend Vokabeln, ob auf dem Weg zur Arbeit mit dem ÖV, zehn Minuten in der Mittagspause oder kurz vor dem Einschlafen. Auf diese Weise verfestigt sich der Lernstoff und Sie lernen schneller und nachhaltiger Französisch. Alternativ kann ein solcher Sprachkurs auch bei vielen Sprachschulen im Blended-Learning Modell absolviert werden, der Präsenzunterricht mit Lernen über eine Lernplattform vereint.

Bei Sprachschulen und anderen Sprachanbietern können neben solchen Gruppensprachkursen auch oftmals Einzelunterricht und Konversationskurse besucht werden, die sich gerade für kommunikative Lerntypen sehr gut anbieten. Einzelunterricht kann jedoch von allen Lerntypen als Ergänzung oder für sich alleine ein gutes Modell sein, da sehr schnell die Lernziele erreicht werden können und der Sprachlehrer oder die Sprachlehrerin in diesem privaten Französischkurs ganz gezielt auf die individuell beste Lernstrategie eingehen kann.

Sprachaufenthalte sind eine weitere Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit seine Sprachkompetenzen erheblich zu steigern. Intensive Sprachkurse in Kombination mit einem Aufenthalt in einer Gastfamilie bringen den grössten Nutzen, wird doch die Zeit im fremdsprachigen Gebiet, ob in Frankreich, Belgien, Kanada oder der Westschweiz, maximal genutzt und sowohl theoretisch gelernt, als auch praktisch geübt und Kommunikation betrieben. Der Erfolg wird schnell sichtbar und Erfolgserlebnisse stellen sich ein, was wiederum die Motivation steigert. Auch ein solcher Sprachaufenthalt eignet sich für alle Lerntypen, nicht jedoch für Sprachanfänger ohne Sprachkenntnisse.

Als Ergänzung zu diesen Modellen können Lehrbücher, Audio-CDs und Medien aller Art herangezogen werden, um den Lernerfolg zu steigern und durch ein kontinuierliches Wiederholen die Grammatikregeln, der Wortschatz und die Aussprache gefestigt und erweitert werden.  

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