Erfolgreiches Lernen: Welche Bedeutung nehmen Pausen dabei ein? Was ist bei der Pausengestaltung zu beachten?
Unser Gehirn ist keine vorprogrammierte Maschine oder ein Perpetuum Mobile, die ohne Energiezufuhr jederzeit dieselbe Leistung vollbringen kann. Nach einer bestimmten Zeit ermüdet unser Gehirn. An dieser Stelle wird eine Art Schutzmechanismus aktiviert, dank welchem unser Gehirn quasi selber Informationen sortiert. Sie werden entsorgt, vergessen oder einfach nicht bearbeitet bzw. abgespeichert.
Wie lange sich eine Person konzentrieren kann hängt von verschiedenen Faktoren ab (z.B. Schlaf oder Sport/Freizeit und Ernährung) und kann variieren. Besonders wichtig hierbei sind Pausen.
Konzentrationsdauer und ideale Konzentrationszeit
Bei Erwachsenen liegt die Konzentrationsdauer in der Regel bei ca. 90 Minuten.
Ausserdem wird davon ausgegangen, dass die «ideale Konzentrationszeit», in welcher wir am produktivsten sind, zwischen vier und sechs Stunden liegt. In dieser Zeitspanne sollten die «schwierigsten Aufgaben» erledigt werden, wobei auch diese individuell priorisiert werden sollten.
Gibt es solche, die nicht zwingend die volle Konzentration benötigen oder zu einem späteren Zeitpunkt erledigt werden können?
Unser Gehirn kann also nicht Non-Stop die volle Leistung erbringen – es braucht Pausen, um sich zu erholen und zu entwickeln.
Merke: Pausen sind beim Lernen bzw. für einen nachhaltigen Lernerfolg ebenso wichtig, wie die jeweiligen Lerneinheiten selbst.
- Es ist zu empfehlen bei einem Wechsel der Lerneinheit ca. 3 - 5 Minuten Pause zu machen. Der Abstand kann vielleicht auch dazu helfen, den Stoff mit anderen Augen zu sehen bzw. besser zu verstehen und Verknüpfungen herzustellen.
- Achten Sie darauf, dass Sie nach einer intensiven Lernsession (max. 90 Minuten) eine 15-minütige Pause machen. So verhindern Sie Ermüdungserscheinungen, die den Lernerfolg mindern.
- Nach ca. 4 - 5 Stunden sollten Sie eine längere Pause (1 - 2 Stunden) einlegen, um sich vollständig zu erholen und neue Energie zu sammeln.
Aber Vorsicht: Pausen sind nicht gleich Pausen!
Sie sollen zur Erholung und Regeneration beitragen - und nicht dazu verwendet werden, um andere liegengebliebene Aufgaben abzuarbeiten oder sich anderweitigen Reizüberflutungen auszusetzen.
Hier einige Punkte, die bei Pausen zu beachten sind:
- Mehr Zeit, weniger Stress: Pausen sollten ein fester Bestandteil Ihres Zeitmanagements sein.
- Pausen sind keine Schwächen: Machen Sie sich ebenso klar, wie wichtig Pausen für Ihren langfristigen Lernerfolg sind. Ohne Pausen können Sie nicht produktiv und fokussiert sein - sie fungieren also wie eine Belohnung für Ihr Gehirn und die bisher erbrachte Leistung.
- Abschalten: Schalten Sie während den Pausen mental ab und versuchen Sie sich gedanklich vom Lernstoff zu lösen. Ansonsten lassen Sie Ihrem Gehirn nicht die nötige Ruhe, was den Erholungseffekt mindert oder sogar blockiert.
- Pausen sind keine Lückenfüller: In Ihren Pausen sollten Sie keine anderweitigen Aufgaben oder Routinearbeiten erledigen. Auch wenn dies vielleicht weniger Konzentration erfordern würde - Sie geben Ihrem Gehirn keine Zeit zur Erholung und Regeneration bzw. eben Verarbeitung des bisher Gelernten.
- Reizüberflutungen verhindern: Achten Sie darauf, dass Sie in den Pausen Ihr Gehirn nicht auch noch zusätzlich grosser Reizüberflutung, durch zum Beispiel digitalen Konsum, aussetzen. Das kann mental belastend wirken.
- Ortswechsel: Ein Tapetenwechsel ist meistens die beste Erholung. Hier erinnert Sie nichts an die Lernsituation bzw. den Lernstoff und Sie können schneller und besser loslassen, was zu einem grösseren Lerneffekt beiträgt.
- Bewegung: Versuchen Sie, sich in den Pausen zu bewegen - stehen Sie auf und gehen Sie ein paar Schritte. Alternativ können Sie auch ein paar Dehn- und Entspannungsübungen machen. Dadurch regen Sie den Kreislauf an und verhindern zugleich Verspannungen in Nacken und Rücken.
- Genügend Trinken: Achten Sie darauf in den Pausen genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen (am besten Getränke ohne oder mit wenig Zucker)
- Frische Luft: Versuchen Sie den Raum Ihres Lernplatzes während der Pause gut zu Lüften. Denn Ihr Gehirn braucht Sauerstoff, um Topleistungen zu erbringen. Abgestandene und schlechte Luft kann manchmal sogar zu Kopfschmerzen führen, was nicht gerade eine Lermotivation ist. Wenn dies nicht möglich ist, dann gehen Sie doch ein paar Schritte um das Haus und schnappen Sie so frische Luft.
Sofort das passende Bildungsangebot finden
Benötigen Sie Unterstützung beim Lernen oder sind Sie generell zum Beispiel an einem Lerncoaching interessiert?
Geben Sie jetzt Ihr Bildungsthema oder gewünschten Lehrgang ein und erhalten Sie schnell und einfach eine Übersicht an passenden Angeboten von kompetenten Anbietern.