Hat Familienmediation wirklich einen handfesten Nutzen oder ist das nur so ein Psychoding?
Hat Familienmediation wirklich einen handfesten Nutzen oder ist das nur so ein Psychoding?
Die Frage ist, was Sie unter „Psychoding“ verstehen. Wenn Sie damit meinen, dass Sie auf einer Coach liegen, über Ihre Probleme reden und der Psychiater ab und zu nickt und Sie zu prekären Verhaltensweisen aus Ihrer Vergangenheit befragt, dann eindeutig nein. In einer Familienmediation treffen Sie auf ausgebildete und erfahrene Mediationsfachleute, die sich zuerst einen Überblick über das Geschehen, die Dynamiken und die Konstellationen innerhalb Ihrer Familie befassen und die Problematiken, die jeder Einzelne mit der derzeitigen Familiensituation hat, in Erfahrung bringen. Dabei sind Sie, ähnlich wie es Psychologen sein sollten, weder urteilend noch anmassend, sondern vor allem eines: neutral. Sie stellen sich bei den Sitzungen niemals auf die Seite einer Person oder einer Meinung, sondern dienen ausschliesslich als Vermittler. Die Mediation zielt, ähnlich wie die Psychologie darauf ab, dass die Betroffenen das Kernproblem erkennen und eigenständig eine Lösung dafür finden. Die Konfliktparteien sollen dabei lernen, das Verhalten und des Gegenüber wahrzunehmen und anzuerkennen und in Bezug zum aufgetretenen Problem zu stellen. Dazu gibt der Familienmediator keine wohlgemeinten Ratschläge oder subjektive Einschätzungen ab, sondern leitet die Parteien dazu an, Wege zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel sind. Daher kann eine Familienmediation tatsächlich einen handfesten Nutzen haben, der in der Regel ein Kompromiss ist, der jedem Beteiligten zugutekommt.