Arzt- und Spitalsekretärin (Zert.): Welche Aufgaben und Anforderungen erwarten dich im Spitalsekretärin Job?

Wer eine Ausbildung zur Arzt- und Spitalsekretärin (Zert.) plant, möchte wissen, welche Tätigkeiten im späteren Berufsalltag anfallen und welche Qualifikationen Arbeitgeber verlangen. Ein Blick auf ausgewählte Schweizer Stelleninserate zeigt, dass administrative, organisatorische und kommunikative Fähigkeiten besonders wichtig sind. Dazu gehören die medizinische Korrespondenz, die Patientenadministration sowie die Unterstützung von Ärztinnen, Ärzten und weiteren Fachpersonen.

In Stellenanzeigen findest du üblicherweise Informationen über:

  • die Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten
  • die beruflichen Voraussetzungen und gewünschten Qualifikationen
  • die erforderlichen Fachkenntnisse und persönlichen Eigenschaften
  • das Arbeitsumfeld und die Anstellungsbedingungen

Wer eine Stelle als Spitalsekretärin sucht, findet Angebote unter verschiedenen Berufsbezeichnungen. Je nach Arbeitgeber und medizinischem Fachbereich unterscheiden sich die Aufgaben und Anforderungen.

Typische Jobbezeichnungen sind:

  • Spitalsekretärin / Spitalsekretär
  • Arztsekretärin / Arztsekretär
  • Arzt- und Spitalsekretärin / Arzt- und Spitalsekretär
  • Medizinische Sekretärin / Medizinischer Sekretär
  • Medizinisch-administrative Sekretärin / Medizinisch-administrativer Sekretär
  • Mitarbeiterin / Mitarbeiter Arztsekretariat
  • Mitarbeiterin / Mitarbeiter Kliniksekretariat
  • Mitarbeiterin / Mitarbeiter medizinisches Berichtswesen
  • Stationssekretärin / Stationssekretär
  • Mitarbeiterin / Mitarbeiter Patientenadministration
  • Mitarbeiterin / Mitarbeiter Chefarztsekretariat

Die Stellenbezeichnung allein sagt nicht immer aus, welche Ausbildung erforderlich ist. Deshalb lohnt es sich, die Anforderungen der jeweiligen Anzeige genau zu prüfen.

Im medizinischen Sekretariat stehen vor allem die Bearbeitung von Arztberichten, die Verwaltung von Patientendaten und die Organisation von Terminen im Vordergrund. Die Mitarbeitenden sorgen dafür, dass administrative Abläufe in Arztpraxen, Spitälern und Kliniken möglichst reibungslos funktionieren. Je nach Einsatzgebiet unterscheiden sich die Schwerpunkte deutlich.

Typische Aufgaben im Überblick

Aufgabenbereich

Typische Tätigkeiten
Medizinische Korrespondenz Arztberichte schreiben und korrigieren, medizinische Dokumente bearbeiten, Befunde verwalten
Patientenadministration Patientendaten erfassen, elektronische Krankengeschichten pflegen, Ein- und Austritte administrativ begleiten
Terminplanung und Organisation Sprechstunden koordinieren, Untersuchungen planen, organisatorische Abläufe sicherstellen
Empfang und Kommunikation Patientinnen und Patienten betreuen, Telefonate bearbeiten, mit Zuweisenden und Fachpersonen kommunizieren
Weitere administrative Aufgaben Postbearbeitung, Aktenanforderungen, Kostengutsprachen, Bestellwesen und allgemeine Sekretariatsarbeiten

Welche Tätigkeiten stehen besonders im Vordergrund?

Die Aufgaben hängen stark vom medizinischen Fachbereich ab:

  • Radiologie: Patientenempfang, telefonische Terminkoordination und Organisation radiologischer Untersuchungen.
  • Psychiatrie: Medizinisches Berichtswesen, elektronische Krankengeschichten und administrative Betreuung.
  • Arzt- und Kliniksekretariate: Korrespondenz, Terminplanung und Unterstützung des ärztlichen Personals.
  • Chefarztsekretariate: Umfangreiche Korrespondenz, Koordination von Terminen und organisatorische Unterstützung der ärztlichen Leitung.

Während in einem Sekretariat hauptsächlich medizinische Berichte erstellt werden, stehen andernorts der Patientenkontakt und die Organisation von Untersuchungen im Vordergrund. Das macht den Beruf vielseitig und eröffnet unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten.

Welche Anforderungen stellen Arbeitgeber an eine Spitalsekretärin

Für eine Tätigkeit im medizinischen Sekretariat werden administrative Fähigkeiten, medizinisches Grundwissen und eine sorgfältige Arbeitsweise erwartet. Die konkreten Anforderungen unterscheiden sich je nach Arbeitgeber, Fachgebiet und Verantwortungsbereich.

Berufliche Voraussetzungen

In den untersuchten Stellenanzeigen werden unter anderem folgende Qualifikationen verlangt oder als Vorteil genannt:

  • Abgeschlossene kaufmännische oder medizinische Grundbildung
  • Weiterbildung zur Arzt- und Spitalsekretärin (Zert.) oder vergleichbare Qualifikation
  • Berufserfahrung in einem Arzt-, Klinik- oder Spitalsekretariat
  • Erfahrung im medizinischen Berichtswesen
  • Kenntnisse administrativer Abläufe im Schweizer Gesundheitswesen
  • Sicherer Umgang mit elektronischen Patientendaten und medizinischer Software
  • Nicht alle Arbeitgeber verlangen denselben Abschluss. 

Teilweise wird eine spezifische Weiterbildung vorausgesetzt, während andere Unternehmen eine kaufmännische Grundbildung mit medizinischen Kenntnissen oder einschlägiger Berufserfahrung akzeptieren.

Gut zu wissen: Auch für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger kann eine entsprechende Ausbildung interessant sein. Für bestimmte Stellen wird allerdings bereits praktische Erfahrung im Gesundheitswesen vorausgesetzt.

Fachliche Anforderungen

Für den Arbeitsalltag sind insbesondere folgende Kenntnisse wichtig:

  • Medizinische Terminologie und Verständnis medizinischer Fachbegriffe
  • Stilsicheres Deutsch und sehr gute Rechtschreibkenntnisse
  • Erfahrung in der medizinischen Korrespondenz
  • Gute MS-Office-Kenntnisse
  • Sicherer Umgang mit elektronischen Krankengeschichten
  • Kenntnisse von Klinik- und Praxisinformationssystemen
  • Erfahrung in der Patientenadministration
  • Organisation von Sprechstunden und Untersuchungen
  • Kenntnisse medizinischer Abläufe und Dokumentationsprozesse
  • Je nach Stelle Fremdsprachenkenntnisse

Besonders wichtig sind digitale Kompetenzen. In einzelnen Stelleninseraten werden beispielsweise Kenntnisse von Klinikinformationssystemen wie KIS/Orbis oder KISIM genannt.

Persönliche Eigenschaften

Neben der fachlichen Qualifikation legen Arbeitgeber grossen Wert auf persönliche Fähigkeiten:

  • Organisationstalent und strukturierte Arbeitsweise
  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein
  • Freundliches und professionelles Auftreten
  • Freude am Kontakt mit Patientinnen und Patienten
  • Kommunikationsfähigkeit und Dienstleistungsorientierung
  • Teamfähigkeit und Flexibilität
  • Belastbarkeit in hektischen Situationen
  • Selbstständigkeit und Eigeninitiative
  • Diskretion im Umgang mit vertraulichen Informationen

Die Mitarbeitenden übernehmen häufig eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen Patientinnen und Patienten, medizinischen Fachpersonen und administrativen Abteilungen. Deshalb sind Kommunikationsfähigkeit und ein professioneller Umgang mit unterschiedlichen Menschen besonders wichtig.

Weitere Anforderungen im Berufsalltag

Je nach Arbeitgeber können zusätzliche Anforderungen bestehen. Dazu gehören beispielsweise die Bereitschaft zur Stellvertretung innerhalb eines Teams, flexible Arbeitszeiten oder Einsätze an mehreren Standorten.

In der Radiologie können erweiterte Betriebszeiten vorkommen. Andere Sekretariate bieten dagegen geregelte Bürozeiten und die selbstständige Betreuung eines bestimmten Fachbereichs.

Wo kann eine Spitalsekretärin arbeiten?

Das Tätigkeitsfeld umfasst verschiedene medizinische Einrichtungen. Je nach Vorbildung, Abschluss und Berufserfahrung sind unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten denkbar.

  • Öffentliche und private Spitäler
  • Universitäts- und Spezialkliniken
  • Arztpraxen und Gemeinschaftspraxen
  • Medizinische Zentren
  • Ambulatorien und Tageskliniken
  • Radiologische Institute
  • Psychiatrische Kliniken
  • Rehabilitationskliniken
  • Medizinische Fachabteilungen wie Orthopädie, Kardiologie oder Urologie

Mit entsprechenden zusätzlichen Qualifikationen kommen auch administrative Tätigkeiten bei Kranken- und Unfallversicherungen oder anderen Organisationen des Gesundheitswesens infrage.

In kleineren Arztpraxen werden häufig mehrere Aufgabenbereiche kombiniert. In grösseren Spitälern sind die Tätigkeiten dagegen oftmals stärker spezialisiert.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten bietet der Spitalsekretärin Job?

Mit zunehmender Berufserfahrung können Fachpersonen zusätzliche Verantwortung übernehmen oder sich innerhalb der medizinischen Administration spezialisieren. Besonders wertvoll sind vertiefte Kenntnisse im Berichtswesen, Erfahrung mit digitalen Systemen und organisatorische Fähigkeiten.

Mögliche berufliche Entwicklung

  • Erfahrene Mitarbeiterin / erfahrener Mitarbeiter im medizinischen Sekretariat
  • Fachverantwortliche / Fachverantwortlicher im medizinischen Berichtswesen
  • Koordinatorin / Koordinator eines Klinik- oder Abteilungssekretariats
  • Teamleiterin / Teamleiter medizinisches Sekretariat
  • Leiterin / Leiter Arzt- oder Chefarztsekretariat
  • Fachverantwortliche / Fachverantwortlicher Patientenadministration

Für Führungsfunktionen sind in der Regel mehrjährige Berufserfahrung und gegebenenfalls zusätzliche Weiterbildungen erforderlich.

Weitere Qualifikationen

Je nach bisheriger Ausbildung und beruflichen Zielen kommen beispielsweise folgende Weiterbildungen infrage:

  • Arzt- und Spitalsekretär/in (Medical Office Manager) VSH Health
  • Medizinisch-administrative Sekretärin / Medizinisch-administrativer Sekretär H+
  • Weiterbildungen in medizinischer Administration
  • Lehrgänge in Teamführung und Personalführung
  • Weiterbildungen in Gesundheitsmanagement oder Prozessorganisation

Welche Weiterbildung sinnvoll ist, hängt davon ab, ob du dich fachlich spezialisieren, zusätzliche Verantwortung übernehmen oder eine Führungsfunktion anstreben möchtest.

Wie verändert die Digitalisierung den Arbeitsalltag?


Elektronische Krankengeschichten, digitale Patientenadministration und moderne Klinikinformationssysteme gehören vielerorts zum Arbeitsalltag. Auch die medizinische Korrespondenz entwickelt sich weiter. Digitale Diktierlösungen, Spracherkennung und KI-gestützte Anwendungen können die Erstellung und Bearbeitung medizinischer Dokumente unterstützen.

Dadurch gewinnen folgende Kompetenzen an Bedeutung:

  • Sicherer Umgang mit digitalen Klinik- und Praxisinformationssystemen
  • Sorgfältige Pflege elektronischer Patientendaten
  • Digitale Dokumentenverwaltung
  • Datenschutz und Informationssicherheit
  • Effiziente Kommunikation zwischen medizinischen Fachbereichen
  • Bereitschaft, neue digitale Arbeitsmittel kennenzulernen

Trotz zunehmender Digitalisierung bleiben medizinische Terminologie, eine exakte Arbeitsweise und professionelle Kommunikation unverzichtbar. Gerade im direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten sind Einfühlungsvermögen, Diskretion und eine klare Kommunikation weiterhin besonders wichtig.

Was lernst du in der Ausbildung zur Arzt- und Spitalsekretärin (Zert.)?

Viele Kompetenzen, die Arbeitgeber im medizinischen Sekretariat erwarten, werden in der entsprechenden Weiterbildung vermittelt.

Typische Lerninhalte sind:

  • Medizinische Terminologie
  • Anatomie und Krankheitslehre
  • Medizinische Korrespondenz
  • Patientenadministration
  • Grundlagen des Versicherungs- und Tarifwesens
  • Kommunikation und Organisation
  • Informatik und digitale Administration

Je nach Bildungsanbieter unterscheiden sich der Umfang, die Unterrichtsform und der angestrebte Abschluss. Hier kannst du die Abschlüsse vergleichen.

Wer eine Spitalsekretärin Ausbildung absolvieren möchte, sollte verschiedene Lehrgänge vergleichen. Besonders wichtig sind die Ausbildungsinhalte, der Praxisbezug und die Abschlussmöglichkeiten.

Interessierst du dich für eine Ausbildung zur Arzt- und Spitalsekretärin (Zert.)?

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Übersicht der Kursangebote "Arzt- und Spitalsekretär/in (Zert.)"

 
*Quellenhinweis: Die Informationen beruhen auf einer redaktionellen Betrachtung ausgewählter Schweizer Stelleninserate für medizinisch-administrative Funktionen. Die genannten Tätigkeiten und Anforderungen stellen keine repräsentative statistische Erhebung dar.