Lehrgangsbeschreibung «Naturheilpraktiker/in (HFP)»

Zielgruppe:

  • An Naturheilkunde interessierte Personen, die eine anerkannte Ausbildung suchen
  • Personen aus dem Gesundheitsbereich, die ihre Kompetenzen ausweiten möchten

Abschluss:

  • Modulabschlüsse der Ausbildungsmodule 1 bis 6
  • Diplom der eidgenössischen Höheren Fachprüfung

Titel:

Die Titel der schuleigenen Abschlüsse können unterschiedlich heissen:

  • Naturheilpraktiker/in (TEN)
  • Heilpraktiker/in
  • Naturheilkunde TEN

Nach Bestehen der eidg. höheren Fachprüfung:

Naturheilpraktiker/in mit eidg. Diplom in einer der vier Fachrichtungen:

  • Ayurveda-Medizin
  • Homöopathie
  • Traditionelle Chinesische Medizin TCM
  • Traditionelle Europäische Naturheilkunde TEN

Dauer und Ablauf:

  • Die gesamte Ausbildung inklusive schulmedizinische Grundlagen umfasst ca. 4´800 Lernstunden, davon ca. 2´200 Stunden Präsenzunterricht. Die kürzeste Form ist ein dreijähriges Vollzeitstudium. Die berufsbegleitenden Versionen dauern vier Jahre mit einer zeitlichen Beanspruchung von drei Tagen pro Woche bis sechs Jahre mit einem Zeitaufwand von zwei Tagen pro Woche.
  • Die Unterrichtszeiten sind so gelegt, das eine reduzierte Berufstätigkeit daneben möglich ist. Der Unterricht findet an Abenden, einzelnen Nachmittagen und Wochenenden statt.
  • Für Personen mit einer anerkannten Ausbildung des Gesundheitswesens werden verkürzte Lehrgänge angeboten.
  • Einzelne Schulen bieten auch die Möglichkeit, die Module einzeln zu absolvieren und so eine kürzere Ausbildung ohne eidgenössischen Abschluss zu erwerben.

Voraussetzungen für die Zulassung zum Lehrgang:

Im Detail werden die Zulassungsbedingungen zur Ausbildung von der Schule festgelegt. Im Allgemeinen sehen sie wie folgt aus:

  • Mindestalter: 20 Jahre
  • Abgeschlossene Berufslehre, Berufsschule, Maturität, o.ä.
  • Lernbereitschaft, Interesse an Mitmenschen, Freude an der therapeutischen Arbeit
  • Gute schriftliche und mündliche Deutschkenntnisse
  • Medizinische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich

Voraussetzungen für die Zulassung zur eidg. höheren Fachprüfung

  • Eidg. anerkannter Lehrabschluss, gymnasiale Maturität oder gleichwertiger Abschluss
  • Nachweis von mind. zwei Jahren Berufspraxis in der entsprechenden Fachrichtung
  • Bestandene Modulabschlüsse M1 bis M7
  • Mindestalter von 25 Jahren
  • Abgabe einer Fallstudie in der korrekten Form
  • Guter Leumund und keinen Eintrag im Zentralstrafregister, der mit dem Beruf unvereinbar ist

Vermittelte Kompetenzen:

Die Naturheilpraktikerin / der Naturheilpraktiker mit eidg. Diplom ist in der Lage:

  • Gesundheitliche Störungen von Patientinnen und Patienten individuell auf der Basis der gewählten Fachrichtung zu erkennen und zu behandeln,
  • Aufgrund einer medizinischen Einschätzung sicher zu stellen, dass mit alternativmedizinischen Mitteln ohne Gesundheitsgefährdung wirksam gearbeitet werden kann
  • Patientinnen und Patienten kompetent durch verschiedene Krankheitsphasen zu führen
  • Therapeutisch wirkungsvolle Beziehungen und Kommunikationsprozesse zu gestalten
  • Krankheitsprävention zu betreiben, die Gesundheitskompetenz zu fördern und Patientenressourcen zu stärken
  • Einen Betrieb unternehmerisch zu führen, sich berufsfördernd und professionell zu verhalten und ethische Grundsätze zu beachten

Themenschwerpunkte:

  • Medizinische Grundausbildung: Anatomie/Physiologie, Pathologie/Krankheitslehre, Pharmakologie, Hygiene, Erste Hilfe / Notfallmassnahmen, Medizinische Anamnese und Diagnostik, Psychologie/Gesprächsführung
  • Fachrichtung Ayurveda-Medizin: Grundlagen Ayurveda, Befunderhebung - Diagnose, Behandlungsstrategien und -Plan, Manuelle Behandlungstechniken, Heilmittelverschreibung, Ernährungstherapie, Lebenshygiene-Therapien, Psychologische und Spirituelle Begleitung, Meditation, Yoga und Pranayama
  • Fachrichtung Homöopathie: Akut- und Notfallinterventionen in der Homöopathie, Behandlung chronischer Erkrankungen, Palliativ- und Schmerzbehandlung mit Homöopathie, Überweisungspraxis, Fachrichtungsspezifische Fallführung und Begleitung, Arzneimittelhandhabung
  • Fachrichtung Traditionelle Chinesische Medizin TCM: Grundlagen TCM, Meridiane, Punkte, Leitbahnen, Chinesische Ernährungslehre, Chinesische Arzneimitteltherapie, Qi Gong, Tuina, Pathologie TCM
  • Fachrichtung Traditionelle Europäische Naturheilkunde TEN: Phytotherapie / Pflanzenheilkunde, Diätetik, Ernährungsberatung, Grundlagen Homöopathie, Hydro- und Thermotherapie (mit Kneipp / Ausleitungsverfahren / Wickel), Klassische Massage, Fussreflexzonenmassage, Lymphdrainagetherapie inkl. Kompressionsverbände, Bindegewebsmassage, Grundlagen Elektrotherapie
  • Gesundheit und Ethik
  • Arbeit als Therapeut/in
  • Betrieb führen und managen
  • Praktische Ausbildung
  • Berufspraxis unter Mentorat

Kosten:

  • Lehrgangsgebühren Fachrichtung Homöopathie: Fr. 34´000.- bis Fr. 47´000.-
  • Lehrgangsgebühren Fachrichtung TCM: ca. Fr. 50´000.-
  • Lehrgangsgebühren Fachrichtung TEN: Fr. 34´000.- bis Fr. 54´000.-
  • Lehrgangsgebühren Fachrichtung Ayurveda: ca. Fr. 60´000.-
  • Fachliteratur, Schulungsunterlagen, Diplomarbeits- und Examenskosten: Fr. 1´500 bis Fr. 3´000.-
  • Gebühr für die eidgenössische höhere Fachprüfung inkl. Anmeldegebühr, Diplomgebühr und NAREG-Eintrag: Fr. 3´940.-

Seit 1.1.2018 werden die Vorbereitungskurse auf eidgenössische höhere Fachprüfungen vom Bund finanziell unterstützt. Absolvierende dieser Lehrgänge können deshalb nach Ablegen der eidgenössischen Prüfung bis zu 50% der bezahlten Kurskosten zurückerstattet bekommen.

In Härtefällen werden die Bundesbeiträge ausnahmsweise auch im Voraus ausbezahlt. Weitere Informationen dazu sind auf www.sbfi.admin.ch zu finden.

 

Folge-Weiterbildungen im Anschluss an einen Lehrgang in Naturheilkunde:

  • Fachspezifische Weiterbildungen und Spezialisierungen der gewählten Fachrichtung
  • Bachelor-Studium Fachhochschule, z.B. in Osteopathie oder Ernährung und Diätetik

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