Portrait HFHS Höhere Fachschule für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialpädagogik und Sozialtherapie

HFHS Höhere Fachschule für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialpädagogik und Sozialtherapie
Ruchti-Weg 7
4143 Dornach

Standorte: Dornach
Zertifizierungen / Mitgliedschaften / Qualifizierungen:

Warum gibt es die HFHS?
Jeder Mensch hat das Recht, sein leibliches, seelisches und geistiges Potential zu entwickeln und zum Ausdruck zu bringen. Wer dabei auf Unterstützung angewiesen ist, braucht Verständnis für seine individuelle Situation sowie angemessene und kompetente Begleitung.
Auf der Grundlage einer dialogischen Beziehungsgestaltung suchen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zusammen mit den Menschen, die der Unterstützung bedürfen, nach Möglichkeiten für deren persönliche Lebensgestaltung. Diese werden unter dem Gesichtspunkt der Selbstermächtigung und der aktuellen Denk- und Handlungsansätze der Sozialpädagogik reflektiert.
In Verbindung mit der Kompetenzentwicklung in der Praxis zielt die Ausbildung an der HFHS auf die Befähigung der Studierenden zu dieser Aufgabe hin.

Wovon geht die HFHS aus?
Die HFHS geht vom Menschen- und Weltverständnis der Anthroposophie aus, wie es Rudolf Steiner in seiner Geisteswissenschaft dargestellt hat. Zudem bezieht sie sich auf die aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse der involvierten Fachgebiete, die Vorgaben des Rahmenlehrplans und auf Erfahrungen von Betroffenen.
Durch nationale und internationale Kontakte und Zusammenarbeit ist die HFHS auf fachlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene vernetzt. Dies ermöglicht ihr, wahrnehmend und mitgestaltend an der Entwicklung der Sozialpädagogik und der Erwachsenenbildung mitzuwirken.
Auf diese Weise möchte die HFHS die Studierenden befähigen, dem Bedürfnis und Anspruch jeder Person nach Wertschätzung und Anerkennung gerecht werden.

Welchen Weg geht die HFHS mit ihrer Ausbildung?
In Zusammenarbeit mit den Praxisinstitutionen verbindet die HFHS Fachwissen mit der Reflexion von Berufserfahrung. Dies eröffnet den Studierenden den Zugang zu neuen Handlungsmöglichkeiten, die sie begründen und verantworten können. Eine wichtige Orientierung erfolgt dabei an der Methodik der anthroposophischen Sozialpädagogik, Heilpädagogik und Sozialtherapie. Künstlerisches Üben impulsiert das kreative Potential der Studierenden und unterstützt schöpferisches Handeln. Aus dem Dreiklang von Theorie, Praxis und Kunst schaffen sie ihre je eigenen Lernprozesse. Diese werden im Rahmen der Ausbildung begleitet und fortlaufend evaluiert.
In ihrem Qualitätsverständnis geht die HFHS von der Eigenverantwortung und Entwicklungsbereitschaft aller Beteiligten aus. Regelmässig lässt sich die HFHS als Institution extern evaluieren und zertifizieren.

Auf welches Ziel arbeitet die HFHS hin?
Ziel der HFHS ist die Sensibilisierung der Studierenden für ein ganzheitliches Professionsverständnis, das darauf ausgerichtet ist, Entwicklungsprozesse zu stimulieren. Die HFHS führt die Studierenden zu einer Handlungssicherheit. Sie arbeiten verantwortungsbewusst und sind fähig, das eigene Handeln und die eigene professionelle Situation selbstkritisch zu hinterfragen, zu begründen und weiterzuentwickeln. Absolventinnen und Absolventen der HFHS betreuen, fördern und begleiten Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, unter Einbezug ihres sozialen Umfeldes und unter Berücksichtigung von Selbstbestimmung, Autonomie und Teilhabe. Sie sind fähig zur interdisziplinären Zusammenarbeit und gehen mit aktuellen Zeitfragen verantwortungsvoll um.

Angebot

Ausbildung Sozialpädagogik HF

Der Ausbildungsgang Sozialpädagogik ist mit Verfügung des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT vom 27. September 2010 eidgenössisch anerkannt. 

Die Absolventinnen und Absolventen der Ausbildung Sozialpädagogik sollen befähigt werden, in komplexen sozialpädagogischen Situationen selbstverantwortlich zu handeln. Neben der Erkenntnisbildung und dem reflektierten Handeln ist die Entwicklung der Selbst- und Sozialkompetenz eine wesentliche Grundlage. In der Ausbildung wird Wert darauf gelegt, dass die Studierenden eine gute Kenntnis der aktuellen Theorien und Paradigmen der Sozialpädagogik erhalten, eine wichtige Bezugsgrösse bildet der geisteswissenschaftliche Ansatz Rudolf Steiners.

Grundlage des Ausbildungsganges Sozialpädagogik bildet der vom SBFI 2015 in Kraft gesetzte Rahmenlehrplan und der daraus entwickelte Schullehrplan der HFHS.

Neben Theorie und Praxis wird das künstlerische Tun und Erleben im Zusammenhang mit der späteren beruflichen Tätigkeit als wesentlicher Bestandteil der Ausbildung betrachtet. Künstlerisches Tun und Erleben steht an der HFHS ganz im Dienste der Persönlichkeitsschulung und gibt somit eine Grundlage für die in der Sozialpädagogik wichtige Beziehungsgestaltung mit den Personen mit Unterstützungsbedarf.

Der Ausbildungsgang Sozialpädagogik der HFHS richtet sich hauptsächlich an Menschen, die in der Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit kognitiven Beeinträchtigungen tätig sind.

Die Praxisplätze werden überwiegend von Institutionen, die auf anthroposophischer Grundlage arbeiten, angeboten.

Allgemeine Grundlage
Der Schullehrplan der HFHS basiert auf dem Rahmenlehrplan für Sozialpädagogik HF. Er beschreibt sozialpädagogische Tätigkeits- und Verantwortungsbereiche, sogenannte Arbeitsprozesse und die dafür zu entwickelnden Kompetenzen der zukünftigen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Ergänzend ist im Schullehrplan der HFHS auch das anthroposophische Menschenverständnis verankert, sowohl in Bezug auf den Inhalt wie auch auf die Methodik, insbesondere in der Verknüpfung von Theorie, Praxis und Kunst.

Kompetenzorientierung
Im Berufsleben sind Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zunehmend herausgefordert, mit neuen Situationen und bisher unbekannten Handlungsanforderungen adäquat umgehen zu können, dies bei gleichzeitiger Verbindlichkeit und Kontinuität. Die hierzu erforderliche Handlungskompetenz ist der zentrale Bezugspunkt der Ausbildung. Handlungskompetenz kann man nur dadurch erwerben, dass man tatsächlich handelt, selbst Erfahrungen macht, diese aufarbeitet und reflektiert, um sich dadurch in einen persönlichen Veränderungsprozess zu begeben. Hierzu bildet der Erwerb von Fach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz die Grundlage.

Ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Handlungskompetenz ist die persönliche Lernkompetenz. Es ist wichtig, dass die Ausbildung den Studierenden Raum und Anregung dazu gibt, ihre Motivation und ihr Interesse für die Aufgabenstellung immer wieder neu zu wecken, zu ergreifen und zu vertiefen.

Grundlage des anthroposophischen Menschenverständnisses
Das Wort «Anthroposophie» wörtlich übersetzt bedeutet «Weisheit vom Menschen». Das Geistige kann nur auf geistigem Wege gefunden werden. Anthroposophie zeigt einen inneren Schulungsweg zu solcher Erkenntnis auf. Sie geht dabei von den inneren Erfahrungen des modernen kritischen Bewusstseins und der technisch-naturwissenschaftlich orientierten Zivilisation aus.

Geistige Erkenntnisse können für die verschiedenen Lebensgebiete fruchtbar gemacht werden: Pädagogik, Medizin, Pharmazie, Landwirtschaft, Sozialarbeit, Heilpädagogik, Sozialtherapie, Kunst, Wirtschaft und viele andere Bereiche.

Aus der anthroposophisch orientierten Betrachtungsweise ergeben sich differenzierte Einblicke in die leiblichen, seelischen und geistigen Entwicklungsgesetzmässigkeiten des Menschen, die im Auftreten von Behinderungen oder Krisen ihre jeweils spezifischen Ausprägungen erfahren.

Leitmotiv der anthroposophisch-sozialpädagogischen Arbeit ist die Überzeugung, dass der Wesenskern eines Menschen, seine Individualität, nie krank, sondern nur in seiner harmonischen Entfaltung behindert oder beeinträchtigt sein kann. Nicht die Behinderung und die damit verbundenen Einschränkungen und Unmöglichkeiten, vor allem im Bereich der Interaktion mit sich selbst und seinem Umfeld, sind der Ausgangspunkt sozialpädagogischer Wirksamkeit. Im Vordergrund steht die Orientierung am individuellen Potenzial des Menschen, seiner Individualität. Dies ist ein dialogischer Prozess, ein Weg, der Betreuende und Betreute gleichermassen als Beteiligte einschliesst und herausfordert.

Auf diesem Hintergrund und auf der Grundlage des Rahmenlehrplans Sozialpädagogik HF, den das SBFI 2015 in Kraft gesetzt hat, entwickelte die HFHS das Konzept für den Ausbildungsgang, und den Schullehrplan.

Weiterbildung: Teamleitung – Vorbereitungskurs auf die Berufsprüfung

Diese Weiterbildung richtet sich an Gruppenleitende und weitere Fachleute, die in ihrer Institution Führungsaufgaben wahrnehmen und sich für diese Aufgaben weiterqualifizieren möchten. Sie wird von der HFHS alle 2 Jahre angeboten.

Personen, die Leitungsfunktionen übernehmen wollen, müssen über ein zeitgemässes Führungsverständnis verfügen. Mit der Weiterbildung Teamleitung erwerben sich Führungsverantwortliche eine entsprechende Qualifikation.

Der Abschluss „Teamleitung“ bildet die erste Stufe innerhalb eines dreistufigen Weiterbildungs-Modells (2. Stufe: Leitung mittleres Management; 3. Stufe: Institutionsleitung). Die HFHS bietet derzeit die 1. Stufe an. 

Zielsetzung der Weiterbildung

Ziel der Weiterbildung ist das Erarbeiten eines zeitgemässen Führungsverständnisses und das Erüben und Reflektieren eines entsprechenden Führungsverhaltens.

Die Teilnehmenden erhalten Gelegenheit:

Dynamik und Gesetzmässigkeiten des sozialen Miteinanders und ihren Führungsauftrag darin zu verstehen.
Gestaltungsgesichtspunkte für ihre Führungsaufgaben kennen zu lernen.
sich mit verschiedenen Realisierungsformen von Führung vertraut zu machen.
für die Führungsaufgabe grundlegende Methoden und Instrumente kennen zu lernen, zu bearbeiten und zu üben.
die eigene Praxis und sich selbst zu reflektieren.

Es werden grundlegende Inhalte vermittelt und Handlungsansätze vorgestellt. Dem Transfer des Erlernten in die Praxis und der Reflektion der individuellen Praxis der Teilnehmenden wird ein hoher Stellenwert beigemessen. Grundlage der Weiterbildung bilden Forschungsergebnisse des sozialwissenschaftlichen Diskurses und die aktuellen Führungstheorien. Dabei liegt ein Schwergewicht auf den anthroposophisch orientierten sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen.

Spezielles

Die HFHS bietet neben der Weiterbildung für Teamleiter noch andere Fort- und Weiterbildungen an. U.a. für Ausbildende in der Praxis Sozialpädagogik HF, einen Einführungskurs in die Grundlagen anthroposophischer Heilpädagogik und Tagungen zu Themen wie Autismusspektrum.

Informationen finden Sie auf unserer Website.